Biologische Bauweise

Bei der Sanierung und beim Neubau des Hauses im Haus wurden ausschließlich baubiologisch hochwertige Stoffe verwendet. Baubiologische Produkte haben eine Reihe von Vorteilen:

            Sie fühlen sich gut an

            Sie sind ungiftig

            Sie sind von hoher Qualität

            Sie funktionieren bauphysikalisch besser

            Sie lassen sich problemlos entsorgen

 

1. Das Wohlgefühl

Neben den technischen Qualitäten können (Bau)Stoffe auch Gefühle auslösen oder verstärken .So ist zum Beispiel Baumwolle als Stoff für Bekleidung in vielerlei technischer Hinsicht Kunstfasern unterlegen. Dennoch tragen nach wie vor viele Menschen lieber Baumwollkleidung als Kleidung aus Kunstfasern. Man fühlt sich einfach besser. Baustoffe aus Holz, Lehm und Kalk, Farben aus Naturpigmenten, Versiegelungen aus Öl und Wachs fühlen sich gut an und erzeugen eine positive Atmosphäre. Störfelder wie Wasseradern werden durch naturnahe biologische Baustoffe nicht verstärkt, was bei den synthetischen Produkten durchaus der Fall sein kann.

 

 

2. Die Giftfreiheit

Im konventionellen Bau werden heute sehr viele chemisch-synthetische Baustoffe eingesetzt. Das Risiko, dass dadurch auch Giftstoffe ihren Weg in die Wohnräume finden, ist nicht einschätzbar. Ein Beispiel: Bei einem hoch wärmegedämmten Haus wie dem Ippinger Riesen muss sehr großer Wert auf die Luftdichtung gelegt werden. Spezielles Kraftpapier wird innerhalb der Konstruktion rundherum montiert und sämtliche Stöße werden verklebt. Normalerweise werden hier viele Kilometer Acrylatklebebänder verarbeitet. Die Verklebungen im Ippinger Riesen erfolgten mittels Naturharzkleber.

Styropor und Mineralwolle sind die Wärmedämmaterialien der heute üblichen konventionellen Bauweise. Spaltprodukte und Weichmacher gasen aus und belasten die Raumluft. Der Riese wurde mit Holz- und Kokosfasern gedämmt. Türen und Fenster wurden ohne Bauschaum montiert. Für die Verspachtelung der Gipsplatten kamen nicht wie üblich hoch kunstharzvergütete Spachtelmassen zum Einsatz, sondern Material aus Marmormehl und Kasein (Milcheiweiß). Im Riesen findet sich kein Tropfen synthetische Dispersionsfarbe, statt dessen wurden Kaseinfarben (hergestellt aus Sojabohnen und Marmormehl) und Kalkfarben verwendet. Hölzer wurden farbig gewachst mit Bienenwachs, Böden wurden geölt und mit Carnaubawachs, einem Pflanzenwachs geschützt. Damit keine Mäuse zu ungeliebten Gästen werden, besteht die gesamte Gebäudehülle außen aus zementgebundenen Holzspanplatten, also aus Zement und Holz. Gifte aus der chemischen Industrie sind im Ippinger Riesen nicht zu finden.

 

 

3. Die Qualität

Die Böden sind aus mindestens 2 cm dickem Massivholz, größtenteils aus Eichenholz. Sollten die Böden nach vielen Jahren unansehnlich geworden sein, so kann man sie leicht abschleifen – und nach weiteren Jahren noch einmal abschleifen. Solche Böden halten Generationen und müssen nicht ausgetauscht werden. Auch die Decken sind aus massivem Holz. Sämtliche Rohrleitungen sind aus verlötetem Kupferrohr. Die Sanierung des Dachstuhls und des Traggebälkes erfolgte größtenteils aus handbehauenen Balken. Die Zimmererarbeiten wurden nach alter Tradition ohne Metallverbindungen ausgeführt. Schließlich wurde das Südwestdach mit handgezogenen Lärchenholzschindeln gedeckt, das Nordostdach mit gesägten Zedernholzschindeln. So entstand ein sturm- und hagelsicheres  Dach mit einer langen Lebensdauer. Sämtliche Wände wurden, bevor sie mit Gipsplatten verkleidet wurden, ganzflächig mit massivem Holz verkleidet, so dass überall so gut wie alles in der Wand befestigt werden kann.

 

 

4. Die Bauphysik

Holz kann große Mengen Wärme speichern. Es nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert diese sowohl kapilar als auch per Diffusion. Die großen Holzmengen, die im Ippinger Riesen verbaut wurden sorgen deshalb für ein ausgeglichenes Klima. Dampfsperren sind nicht nötig, weshalb das Gebäude nicht totgedämmt wurde, sondern im lebendigen Austausch mit der Umwelt ist. Die Wärmedämmung funktioniert deshalb nicht nur theoretisch, auch in der Praxis wird sehr wenig Energie für die Heizung benötigt und das Raumklima bleibt angenehm.

 

 

5. Die Entsorgung

Irgendwann, in ferner Zukunft, wird der Ippinger Riese ausgedient haben. Man wird ihn abbauen und man wird sehr dankbar sein, dass so gut wie überhaupt keine problematischen Stoffe anfallen. Man wird den Riesen einfach „verheizen“ und die Reste problemlos deponieren.

Ende gut, alles gut!

 

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© Frank Duden